Herbst 2009
19.09. Wetzlar Franzis
Zum fünften Mal gastierten Mad Zeppelin nun schon im Wetzlaer Franzis und zu einer liebgeworden Gewohnheit ist dabei der gesellige Umtrunk der Band in der Gaststätte Ludwigs geworden. Noch vor dem Aufbau der Instrumente zieht es die Jungs wie von Geisterhand immer wieder in die nahe gelegene Kaschemme, um der ein oder anderen Gerstensaftkaltschale zu frönen. In diesem Jahr verdiente sich die urige Kneipe allerdings den Titel Erlebnisgastronomie zu Recht: Im gemütlichen Rund des Biergartens wurden Mighty Manfred und Moppel Opfer brutaler und heimtückischer Kastanienattacken. Zum Glück blieben alle unversehrt und konnten nach getaner Arbeit in den Club hinüber wandern, um das Equipment aufzubauen. Ralph hatte diesmal eine weitere Box mit Topteil dabei, so dass die Bühne proppenvoll gepackt war. Mischer Manfred hatte dafür das neue Intro vergessen aber glücklicherweise hatte Roadie Daniel eine Ersatzversion parat. Den Opener machte wie gewohnt „Rock´n´Roll“ Leider musste Keyboarder Thomas feststellen, dass das Steuergerät für die externen Keyboardsounds zwischen Soundcheck und Auftritt aus unerklärlichen Gründen das Zeitliche gesegnet hatte. Verzweifelt krappelte der Tastenmann die ersten drei Lieder mit Schraubenziehern bewaffnet im Kabelwirrwar unter seinen Keyboards herum; dann war klar, dass der Ausfall an diesem Abend nicht mehr behebbar sein würde. Es blieben also diesmal nur die Sounds der beiden standardmäßigen Keyboards übrig und somit litten einige Songs im Verlauf des Abends an einem etwas dünnen Soundgewand. Thomas machte aber das Beste aus der misslichen Situation und vermutlich wird es nur den wenigsten Zuschauern aufgefallen sein. Nachdem der Anfang somit unfreiwillig eher hakelig war, klappte es von Song zu Song besser und auch die 120 Gäste im Publikum tauten mehr und mehr auf. An diesem Abend gab es auch zwei Premieren zu bewundern. So spielte Thomas bei „No Quarter“ ein runderneuertes Keyboardsolo und in „Dazed and Confused“ wurde statt „Jesus Christ Superstar“ diesmal „Train Kept A Rollin“ von den Yardbirds eingeflochten. Beide Umgestaltungen kamen prima an und gegen Ende der fast dreistündigen Spielzeit hatten Mad Zeppelin das Publikum restlos überzeugt. Nach den Zugaben „Dyer Maker“ und „Babe im „gonna leave you“ freute sich die Band über diesen Arbeitssieg.
20.11. Mannheim, 7er Club
Im Mannheimer7er Club gastierten Mad Zeppelin in diesem Jahr zum ersten Mal und nachdem der Laden im Industriegebiet gefunden und der riesige Wachhund am Eingang überwunden war, offenbarte sich den Musikern das ganze extravagante Ambiente des Ladens. Der Club ist eine waschechte Rockerkneipe, wie sie kultiger gar nicht sein kann und Oberkult ist Betreiber Fish. Das Mannheimer Original
begrüßte die Band mit der Bemerkung, dass Teile der Monitoranlage am Abend vorher „zerschossen“ worden seien, packte sich flux einen Schraubenzieher und rödelte fleißig und hoffnungsfroh an seinen Boxen herum. Tatsächlich waren nach dem Soundcheck bis auf einige kleine Brummer alle Probleme beseitigt und Fish konnte daran gehen, obskure Schnapsmixgetränke im Stile eines Hamburger Marktschreiers unters Volk zu bringen. An den Wänden des Ladens hingen derweil die Plakate so ziemlich aller namhaften Coverbands der Republik. Man glaubt kaum, was heutzutage alles gecovert wird, oder hättet ihr gedacht, das es selbst die kalifornischen Schockrocker von W.A.S.P. zu einer eigenen Coverband gebracht haben? In solch einem Laden waren Mad Zeppelin perfekt aufgehoben und so wurde es auch ein Konzert der Superlative: Ralph hat diesmal sieben Gitarren und drei große Marshallboxen am Start und auch die Spielzeit war mit 170 Minuten rekordverdächtig. Die etwa 100 Zuschauer machten Krach für 200 und überhaupt kann man mit Fug und Recht behaupten, dass das Publikum genauso außergewöhnlich wie der Club war. Eine solch illustre Schar seltsamer und kultiger Personen sieht man jedenfalls nicht alle Tage und alle hatten sie mächtig Spaß in den Backen. Da war es kein Wunder, dass Mad Zeppelin zu Hochform aufliefen. Die Patzer hielten sich jedenfalls in überschaubaren Grenzen (nervige Feedbacks und gerissene Saiten) und die seit Wetzlar im Programm eingebauten Änderungen kamen erneut gut an. „Dazed and Confused“ wurde nun sogar zum 20-Minuten-Jam, da Ralph sowohl „Jesus Christ Superstar“ als auch „Train Kept A Rollin“ zum Besten gab. Die Soli von Breaker und Ralph wurden frenetisch bejubelt und die Zugabenrufe waren ohrenbetäubend laut. Alles in allem war es ein rundum gelungener Abend und ein guter Auftakt für den Doppelgig am darauffolgenden Wochenende.
27.11. Schweinfurt, Stattbahnhof / 28.11. Heilsbronn, Hohenzollernhalle
Konzertbericht von Roadie Daniel
Das letzte Bandwochenende im Jahr 2009 versprach Stress pur. Bassist Christian musste an diesem Freitag bis 18 Uhr arbeiten und konnte somit erst abends in Richtung Schweinfurt starten. Auch für Volker sah es nicht gut
aus, denn ihm stand nach dem Konzert am Freitagabend noch die zweistündige Heimfahrt bevor, da er am Samstag arbeiten musste. Und zu allem Überfluss konnte Mighty Manfred aus beruflichen Gründen am Freitag auch nicht dabei sein.
Volker, Thomas, Ralph, Tontechniker Manfred und ich trafen uns also um 15 Uhr am Probenraum. Nachdem das ganze Equipment mit Mühe und Not in nur drei Autos verstaut wurde, ging die Reise nach Schweinfurt auch schon los. Doch ohne Hindernisse wäre es ja auch zu schön, oder? Hinter Aschaffenburg sollte ein 18 Kilometer langer Stau folgen, weshalb wir frühzeitig eine Umleitung fuhren, was auch gut funktionierte. Lediglich das tschechische Transportunternehmen "Nunner" bremste Volker und mich kurzzeitig aus. Nach der Ankunft in Schweinfurt gab es erst einmal ein paar Brötchen zur Stärkung, bevor es an den Aufbau ging. Ein richtiger Soundcheck konnte ohne Bassisten allerdings nicht durchgeführt werden, nur ein etwas ausgedehnter Linecheck fand statt. Pünktlich zum original fränkischen Abendessen traf Christian dann auch am Stattbahnhof ein. MAD ZEPPELIN eröffneten ihr Programm mit "Rock And Roll" und "Ramble On". Die rund 180 Zuschauer im Saal waren von Anfang an begeistert, denn die Band legte einen wirklich gelungenen Start hin. Sowohl echte Rocksongs wie "Heartbreaker" als auch Balladen wie der "Rain Song" konnten im ersten Set voll und ganz überzeugen. Breakers Schlagzeugsolo in "
Moby Dick" zählt sicher zu den Highlights der ersten Hälfte. Nach einem Akustikpart folgte "Stairway to Heaven", welches das Ende des ersten Sets einläutete. Nach einer kurzen Pause befanden sich einige lange Stücke wie "Kashmir" oder "Dazed And Confused" auf der Setlist. Letzteres enthielt wieder interessante Improvisationen und ein fantastisches Geigenbogensolo. Im Mittelteil wurde noch "Train Kept A Rollin'" von den Yardbirds zum Besten gegeben. Beim letzten Stück im Set, "Whole Lotta Love", wurde noch einmal richtig abgerockt. Die Band wurde von den vollkommen begeisterten Zuschauern kräftig gefeiert und ließ es sich nicht nehmen, die Bühne erneut für die Zugaben "D'Yer Mak'er" und "Babe I'm Gonna Leave You" zu betreten. Nach einem kurzen Meet & Greet mit einigen Fans machte Volker sich direkt auf den Heimweg nach Mainz, musste er am nächsten Morgen doch früh aufstehen. Thomas, Chrisian, Ralph, Moppel, Manfred und ich bauten das Equipment noch ab, bevor wir uns in die Bandwohnung zurückzogen. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass Bassist Christian es bei einem kleinen Mitternachtsimbiss doch tatsächlich schaffte, ein Messer mutwillig in zwei Teile zu zerbrechen. That's Rock 'n' Roll!
Nach nur wenigen Stunden Schlaf ging es am nächsten Morgen auf nach Heilsbronn - allerdings nicht, ohne einen Abstecher zum Musikhaus Thomann zu machen. Obwohl Ralph in der Nacht zuvor eine Stunde lang den Weg dorthin eingetrichtert bekam, schaffte er (oder besser gesagt sein Navigationsgerät) es, Christian und mich auf eine falsche Fährte zu locken. Dies zog eine Stadtrundfahrt durch das nette Dorf Gerolzhofen mit sich. Aber schließlich kamen wir doch noch im beschaulichen Treppendorf an. Der eine oder andere Musiker ließ selbstverständich etwas Geld in dem bekannten Musikhandel zurück. Vor allem Gitarrist Ralph musste sich neue Kabel kaufen, aber auch Keyboarder Thomas ergatterte eine Rackwanne. In Heilsbronn angekommen fand sich die Band in einem netten fränkischen Lokal ein, um sich mit Holzfällerschnitzeln und Ähnlichem zu stärken, bevor die Hohenzollernhalle aufgesucht wurde. Da Volker wie erwartet noch in Richtung Franken unterwegs war, musste ich das Schlagzeug mit Unterstützung von Tontechniker Manfred aufbauen. Als Volker und Mighty Manfred dann etwas früher als gedacht in der großen Mehrzweckhalle eintrafen, mussten somit nur noch die "Feinheiten", wie beispielsweise das Ausrichten der einzelnen Drums und Becken erledigt werden.
Den Anfang machten Eric Rust und seine Never Sleeps Band aus Thüringen. Ihre durchaus gelungenen Interpretationen der Songs von Neil Young überzeugten auch das Publikum absolut. Nach rund hundert Minuten folgte eine kurze Umbaupause, dann hieß es: Showtime für MAD ZEPPELIN! Wie schon am Vortag legten die Jungs einen guten Start hin. Der verkürzten Spielzeit an diesem Abend fielen vor Allem ein paar Insider, wie "The Rover" oder "What Is And What Should Never Be" zum Opfer. Der erste Teil d
es Programms war sehr rockorientiert und gefiel dem Publikum sehr gut, auch wenn es anfangs einen etwas verhaltenen Eindruck machte. Dies änderte sich aber spätestens bei "Moby Dick" und "Stairway to Heaven", zwei Highlights einer jeden MAD ZEPPELIN-Show. Auch nicht fehlen durfte "Dazed And Confused" mit dem Geigenbogensolo von Ralph - einfach klasse! Den Vogel schoss allerdings erneut Bassist Christian ab. Beim abschließenden "Whole Lotta Love" rannte er einmal quer über die Bühne. Leider stolperte er dabei unglücklich und fiel zu Boden. Aber einem echten Rock 'n' Roller macht so etwas natürlich nichts aus. Nach einer weiteren Umbaupause betraten die Doors of Perception als dritte und letzte Band die Bühne. Zwei Stunden lang wurden Songs der legendären Band The Doors in wirklich sehr guter Qualität dargeboten. Diese Band ist wirklich empfehlenswert. Alle drei Bands feierten nach dem Konzert noch ein wenig Backstage und im Foyer der Halle, bevor die Musiker und Crewmitglieder sich zu fortgeschrittener Stunde in ihre Unterkunft begaben. Am nächsten Morgen hieß es nach einem gemütlichen Frühstück dann auch schon Sachen packen, damit die Heimreise nach Mainz bald angetreten werden konnte. Alles in allem war es ein sehr gelungenes Wochenende mit zwei schönen Gigs.