... on the road
Tagebuch Nr. 61

Frühjahr 2010 Teil II

Idstein, Scheuer, 24.04.2010
Die CD-Release-Party der neuen Mad Zeppelin-Live-CD „Bring it on home“ bescherte der Band einen neuen Besucherrekord in der Scheuer. Über 300 Besucher versammelten sich in den frisch renovierten Räumlichkeiten, darunter viele Bekannte und Freunde, die den offiziellen CD-Release mit der Band begießen wollten. Manche, wie Annegret aus Siegburg, hatten sich gleich über Nacht eingebucht und feierten eine berauschende Party mit der Band. An diesem Abend klappte das neue Programm bereits bedeutend besser als im Rex. Förderlich waren dabei auch einige Umstellungen in der Setlist. So wurde nun in Anschluss an den Opener „Immigrant Song“ „Over the Hills and far away“ gespielt. Dies entlastete die Rhythmus-Fraktion ein wenig und sorgte für mehr Sicherheit. Beim anschließenden „Misty Mountain Hop“ gab es dann zwar noch ein paar Hänger aber das Programm gewann zusehends an Fahrt. Richtig gut klappte diesmal „Gallows Pole“ und auch „Stairway to Heaven“ und „Kashmir“ zählten wie gewohnt zu den Publikumsfavoriten. Bedeutend mehr Groove hatte auch das erneut als Zugabe gespielte „When the Levee Breaks“. Obwohl manche den Song nach eigenem Bekunden nicht kannten, erwies er sich als hervorragende Zugabe und ebnete den Weg für das wie immer grandiose Finale mit „Babe I´m Gonna Leave You“. Nach gut zweieinhalb Stunden war dann Schluss und auch wenn noch nicht alles hundertprozentig harmonierte, waren Band und Publikum mit dem Verlauf der Release-Party sehr zufrieden. Im Anschluss wurde noch das ein oder andere Bierchen mit den vielen „Ehrengästen“ getrunken und dann die Bühne für die zappelwillige Tanzmeute geräumt, die bei der Scheuer-Disco noch bis in den frühen Morgen feierte.
Nachtrag zum Rex: wie sich beim Aufbau in Idstein herausstellte, ging noch etwas verloren. Einer der Bassdrumfüße fehlte. So musste das Schlagwerk notdürftig mit Gaffa festgezurrt werden. Der Fuß fand sich aber unter der Bühne im Rex und kam ein paar Tage später per Post wieder im heimatlichen Mainz an. Danke Margit!


Esslingen, Hafenmarkt, 21.5.10
Die 16. Esslinger Oldie Night fand auf dem Hafenmarkt, einem von historischen Häusern umsäumten Platz im Zentrum der malerischen mittelalterlichen Fußgängerzone statt. Unter einem gigantischen Sonnenschirm stand dicht gedrängt Bierbank an Bierbank und verwandelte die Location in eine Art riesiges Bierzelt. Somit wurde der Event zum ersten komplett „bestuhlten“ Konzert in der Geschichte von Mad Zeppelin. Da dies der ersten schöne Sommerabend nach wochenlangen Regenschauer war, drängte sich das zahlreich erschienene Publikum schon früh auf dem Platz und fröhnte während der Vorgruppe Fireball dem ein oder anderen Bierchen bzw. Schoppen. Die Jungs von Fireball gehören sicherlich zu den besten ihres Fachs und boten eine 90-minütige Reise quer durch die Rockmusik der 70er Jahre. Kurioserweise spielte die Band dabei auch mehrere Songs von Led Zeppelin (How Many More Times, Heartbreaker, Good Times, Bad Times und eine sehr an Moby Dick angelehntes Schlagzeugsolo), da man gerade eine CD mit Zep-Covern aufgenommen hatte. Dies war allerdings mit Mad Zeppelin abgesprochen, damit es keine Programmüberschneidungen gab. Auch bereits im Vorfeld hatte sich Drummer Till bereit erklärt, sein Drumset für den ganzen Abend zur Verfügung zu stellen. Vielen Dank hierfür! Während Fireball durch „Radar Love“ groovten, kämpften die Jungs von Mad Zeppelin mit einem traditionell schwäbischen Essen: Linsen mit Spätzle. Zumindest auf die Blähungen einiger Musiker hatte der Verzehr dieser Speise negative Auswirkungen. Um 21:00 betraten dann Mad Zeppelin die Bühne und spielten ein zweistündiges Best-Of-Programm. Im Gegensatz zu den letzten Konzerten fand somit wieder einmal „Black Dog“ Einzug in die Setlist. Premiere feierte zudem Ralphs neues Theremin, welches er von einer Besucherin des Konzertes aus Idstein überreicht bekommen hatte. Auch hier vielen Dank! Insgesamt bot die Band einen soliden Gig. Extatische Stimmung wollte aber ob der ungewohnten Bestuhlung nicht so recht aufkommen. Das Publikum beklatschte alle Songs höflich aber nur wenige trauten sich vor die Bühne, um zu tanzen oder den Kopf zu schütteln. Erwartungsgemäß ernteten daher „Stairway to Heaven“ und „Whole Lotta Love“ die besten Publikumsreaktionen. Nach dem Gig feierte man zunächst gemeinsam mit den Fireball-Jungs einen rundum gelungenen Abend und zog dann auf Empfehlung Ortsansässiger in einer nahe gelegene Disco. Die der Band versprochene Hardrockmusik entpuppte sich dann aber leider als Techno und da konnten auch die zahlreichen Zeppelin-Plakate an den Wänden einen zügigen Ortswechsel nicht verhindern. Tatsächlich fand sich aber in Laufweite mit dem „Eisbär“ doch noch eine Rockkneipe, in der sich die Jungs wahlweise dem Kicker oder dem Gerstensaft zuwendeten. Im Hotel gab es dann zu später Stunde noch Daniels Frikadellen und ein Abschlussbierchen, so dass als Gesamtfazit nur ein „Gut in allen Belangen“ verliehen werden kann. Noch eine Anekdote am Rande: ein Bandmitglied verwechselte mitten in der Nacht die Toilettentür mit der Zimmertür. Dumm, dass die Tür zu fiel und der nur in leichtem Beinkleid gewandete Musiker im Hotelflur stand. Nach längerem Klopfen wurde ihm dann glücklicherweise noch geöffnet. So konnte ein Skandal im Zeppelin-Ausmaß gerade noch verhindert werden.

Mannheim, 7er Club, 29.05.10
DDieser Auftrittstermin konnte kaum schlechter gewählt werden: die Nationalmannschaft spielte gegen Ungarn, Klitschko boxte und in Oslo sang sich „Lena“ zum Grand Prix-Sieg. Zu allem Überfluss fand parallel das Mannheimer Stadtfest statt und auch das Wetter verhieß nichts Gutes. So fanden sich dann leider nur etwa 60 Personen zum in die Halle verlegten Konzert ein. Für die gab es allerdings eine Zeitreise erster Klasse zurück in die 70er. Mad Zeppelin spielten Songs von allen Alben der britischen Rocklegende und rockten sich erstmals vollauf überzeugend durch das runderneuerte Bandprogramm. Diesmal rollte die Rock’n’Roll-Maschine vom Opener „Immigrant Song“ über „Nobody’s Fault But Mine“ und „The Song Remains The Same“ bis hin zum „Lemon Song“ wie ein gut geschmierter Bolide. Besonders gelungen war an diesem Abend auch „Moby Dick“, bei dem Drummer Breaker sein Kit so versohlte, dass es gar ein Becken komplett vom Ständer schlug. Weiter ging es in den zweiten Block des Programms, der mit „Stairway to Heaven“ und „Kashmir“ das Publikum zur Extase trieb. Ungelogen war die Stimmung im Raum deutlich besser als am Wochenende vorher in Esslingen bei der zwanzigfachen Besucherzahl. Der Saal brodelte und mit „Achilles Last Stand“ wagte sich die Band erstmals seit langem wieder an eines der anspruchsvollsten Stücke im Repertoire von Led Zeppelin. Obwohl hier nicht alles hundertprozentig klappte, blieb die Stimmung auf dem Siedepunkt und mit „Rock’n’Roll“ und „Whole Lotta Love“ wurde weit nach ein Uhr Nachts das Finale eingeläutet. Die Zugaben lauteten „When The Levee Breaks“ und „Babe I’m Gonna Leave You“, welches nach gut drei Stunden den Schlusspunkt unter ein tolles Konzert setze. Leider war die Band (allen voran Drummer Breaker, der sich das vor dem Club stehende Sauerstoffgerät“ wünschte) so erschöpft, dass die stürmisch geforderte weitere Zugabe aufgrund kollektiver Entkräftung ausfallen musste. Danke Mannheim, ihr habt gerockt!.

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